Chur

Älteste Stadt der Schweiz: autofreie Altstadt, Bischofssitz mit Kathedrale und Hausberg Brambrüesch – kompakt für Tag oder Wochenende im Bündner Rheintal.

Chur gilt als älteste Stadt der Schweiz und als Tor zu Graubünden: Zwischen Plessur und Rhein liegt eine kompakte, autofreie Altstadt unter dem Bischöflichen Hof – und nur einen Seilbahn-Schritt entfernt der Hausberg Brambrüesch.

Der Karten-Pin auf unserer Übersicht markiert den Arcas – den malerischen Platz in der Altstadt und idealen Haupt-Anlaufpunkt für Gassen, Martinskirche und den Weg zur Kathedrale.

Warum sich Chur lohnt

Anders als reine Bergorte oder reine Shopping-Städte verbindet Chur Geschichte und Alltag: Mittelalterliche Türme und Zünfte, eine lebendige Fußgängerzone, Museen und direkte Bergbahn in die Alpen. Du brauchst kein Auto für den Kern – und kannst trotzdem in wenigen Minuten vom Bahnhof auf Touren oder Gondel umsteigen. Für Reisende aus Zürich, dem Bodenseeraum oder dem Engadin ist Chur ein klarer Tages- oder Wochenendstopp.

Kulturell stechen der Bischöfliche Hof mit der rund 800 Jahre alten Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt, die Martinskirche mit Augusto-Giacometti-Glasfenstern und Plätze wie der Arcas hervor. Wer Kunst will, ergänzt das Bündner Kunstmuseum; wer Design-Pop will, schaut in die Giger Bar. Kulinarisch stehen Capuns und Bündner Spezialitäten bereit – und das Rheintal liefert Wein dazu. Stadtführungen des Tourismus helfen, wenn du Geschichten zu Zünften, Reformation und Bischofssitz gebündelt möchtest; viele Gassen erschließen sich aber auch ohne Guide, wenn du den roten Markierungen folgst und dir Zeit für Brunnenpausen nimmst.

Arcas-Platz in der Altstadt von Chur
Arcas in Chur — Cayambe / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Sehenswürdigkeiten in Chur

Altstadt, Obertor und Arcas

Vom Obertor – einem der erhaltenen Tore der Stadtbefestigung – folgst du den roten Hinweisen durch verwinkelte Gassen zum Arcas. Der Platz verbindet mittelalterliche Häuserzeilen mit freier Fläche und Cafés: idealer Start, um Tempo zu drosseln. Boutiquen, Bars und Brunnen liegen dicht beieinander; die Altstadt wirkt laut Tourismus oft fast mediterran, besonders an warmen Abenden.

Martinskirche

Die Martinskirche erhebt sich über den Dächern und war Ausgangspunkt der Reformation in Chur. Die berühmten Glasgemälde von Augusto Giacometti (1919) sind ein Muss, wenn die Kirche zugänglich ist – Öffnungszeiten vor Ort prüfen. Der Martinsplatz eignet sich gut für eine kurze Pause zwischen Gassen und Hof.

Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt

Über der Altstadt thront der Bischöfliche Hof mit der Kathedrale – eines der bedeutenden Kulturdenkmäler der Schweiz. Der Aufstieg belohnt mit Architektur und Aussicht; nimm dir Zeit für den Innenraum und den Kontrast zwischen Hof und Gassengewirr darunter. Zusammen mit Altstadt und Martinskirche ergibt sich ein klarer Kultur-Bogen für den Vormittag. Wer römische Spuren sucht, kann die Ausgrabungen im Zumthor-Schutzbau ergänzen – sie erinnern daran, dass Chur weit vor dem Mittelalter Siedlungsgeschichte schrieb.

Brambrüesch – Hausberg aus der Stadt Mit Bus Linie 1 vom Bahnhof zur Haltestelle Stadthalle/Brambrüeschbahn (wenige Minuten) oder zu Fuß ca. 15 Minuten erreichst du die Talstation. Oben warten Wanderwege, Bergrestaurants, Spielplatz, Moorparcours und im Sommer Trottinett-Abfahrten. Betriebszeiten und Tarife immer aktuell bei den Bergbahnen prüfen.

Weitere Tipps

Römische Ausgrabungen im Schutzbau von Peter Zumthor, Bündner Kunstmuseum (Villa Planta plus Erweiterungsbau) und die Giger Bar setzen Akzente jenseits der klassischen Altstadt-Route. Für Geheimtipp-Feeling: langsamere Gassen abseits der Hauptpassage und ein Blick vom Hof über die Dächer.

Obertor und Platz in der Altstadt von Chur
Obertor — Xenos / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Martinskirche in Chur von Osten
Martinskirche — Tilman2007 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Chur an einem Tag und am Wochenende

Ein Tag: Ankunft Bahnhof, Fußweg in die Altstadt, Obertor → Arcas → Martinskirche → Kathedrale/Hof, Mittagessen in der Altstadt, nachmittags Brambrüesch (wenn Betrieb) oder Museum, Abend zurück in die Gassen. Wenn du nur einen halben Tag hast, priorisiere Altstadt und Kathedrale und lass den Berg für den nächsten Besuch – die Gassen allein füllen drei bis vier Stunden, ohne dass es leer wirkt.

Wochenende: Tag 1 Stadt und Kultur, Tag 2 längere Bergtour (z. B. Richtung Dreibündenstein/Pradaschier je nach Kondition und Ticket) oder Ausflug ins Bündner Rheintal/Weinregion. So bleibt Chur Basis, ohne dass du alles in acht Stunden pressen musst.

Blick über die Altstadt von Chur in Graubünden
Altstadt Chur — Wladyslaw / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)

Essen & Einkehr in Chur

In der Altstadt findest du Restaurants und Cafés in dichter Folge – von Bündner Tradition bis modern. Capuns, Bündnerfleisch und Süßes wie Pfirsichsteine oder Birnenbrot sind klassische Einstiege; Wochenmärkte und kulinarische Touren ergänzen das Angebot. Wein aus dem Rheintal und der Bündner Herrschaft passt zum Abend. Preise in der Schweiz sind höher als in vielen Nachbarregionen – ein Mittagsmenü oder Café-Pause helfen, den Tag zu takten.

Anreise, ÖPNV & Parken

Zug: Chur ist wichtiger Knoten (u. a. Richtung Zürich, Rhätische Bahn). Der Bahnhof liegt zentral; die Altstadt erreichst du zu Fuß in wenigen Minuten.

Auto: Autobahn-Ausfahrt Chur Süd, stadteinwärts. Altstadt autofrei – am Rand parken. Für Brambrüesch: großer Parkplatz an der Weststrasse neben Talstation/Stadthalle (kostenpflichtig), von dort 5–10 Minuten zur Altstadt zu Fuß.

Orientieren: Arcas als Anker in der Altstadt, Obertor als Einstieg, Kathedrale oberhalb, Brambrüeschbahn an der Stadthalle. Der Karten-Pin meint den Arcas als Haupt-Anlaufpunkt.

Gasse in der Altstadt von Chur
Altstadtgasse — Agnes Monkelbaan / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Panorama über Chur und das Rheintal
Panorama Chur — Gürkan Sengün / Wikimedia Commons (Public Domain)

Chur mit Kindern und zu zweit

Mit Kindern

Kurze Wege in der Altstadt, Brunnen zum Entdecken und der Brambrüesch mit Spielplatz, Rätselweg und Trottinett machen Chur familienfreundlich. Gondelfahrt allein ist schon ein Erlebnis. Beachte: Bergwetter und Bahnzeiten können den Plan ändern – Alternativen in Museen oder Gassen bereithalten.

Zu zweit

Langsame Altstadt-Runde am Vormittag, Kaffee am Arcas, Kathedrale und abends ein Bündner Menü – dazu optional Brambrüesch-Sonnenuntergang oder Giger Bar. Chur eignet sich gut als ruhige Basis vor längeren Graubünden-Touren.

Übernachten in Chur

Als Kantonshauptort bietet Chur Hotels und Unterkünfte vom Zentrum bis zu den Rändern. Für Fußgänger-Tage lohnt eine Adresse nah an Bahnhof oder Altstadt; wer früh auf den Berg will, achtet auf Nähe zur Brambrüeschbahn. In Hochsaison und an Event-Wochenenden früh reservieren. Aktuelle Preise und Verfügbarkeit vor Ort prüfen. Viele Gäste nutzen Chur auch als Etappe vor dem Engadin, Arosa oder dem Vorderrhein – dann reicht oft eine Nacht, wenn der Fokus auf Altstadt plus kurzer Bergfahrt liegt.

Geheimtipps & fotogene Spots in Chur

Wenn die Bahn steht oder das Wetter umschlägt: Altstadt und Museen tragen den Tag allein – plane den Berg als Bonus, nicht als einzigen Höhepunkt.

Häufige Fragen zu Chur

Was muss man in Chur unbedingt gesehen haben?

Die autofreie Altstadt vom Obertor über Gassen zum Arcas, Martinskirche, den Bischöflichen Hof mit Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt und – wenn die Bahn fährt – eine Fahrt auf den Brambrüesch.

Lohnt sich Chur als Tagesausflug?

Ja: Der Bahnhof liegt zentral, die Altstadt ist kompakt und autofrei. Für Gassen, Kathedrale und einen Kaffee reichen ein paar Stunden; mit Brambrüesch oder Museum wird daraus ein voller Tag.

Wie kommt man vom Bahnhof in die Altstadt?

Zu Fuß sind es nur wenige Minuten in die Gassen. Orientierung: Richtung Obertor / Altstadt folgen – die historischen Kernbereiche sind verkehrsfrei und gut ausgeschildert.

Wo parkt man in Chur?

Die Altstadt ist autofrei. Für den Hausberg: Parkplatz an der Weststrasse / Stadthalle neben der Brambrüeschbahn (kostenpflichtig). Für die Innenstadt öffentliche Parkhäuser/Parkplätze am Rand nutzen und zu Fuß weitergehen.

Ist Chur mit Kindern geeignet?

Ja: Altstadt-Gassen und Brunnen, Brambrüesch mit Spielplatz, Moorparcours und Trottinett-Abfahrt (ab ca. 10 Jahren selbst fahren). Betriebszeiten der Bahn vorher prüfen.

Was ist der Brambrüesch?

Der Hausberg von Chur: Mit Gondel direkt aus der Stadt (Talstation nahe Stadthalle, Bus Linie 1 vom Bahnhof) erreichst du Wanderwege, Restaurants und Familienangebote rund 1000 Höhenmeter über dem Rheintal.

Welche Spezialitäten gibt es in Chur?

Bündner Klassiker wie Capuns, Bündnerfleisch, Pfirsichsteine oder Birnenbrot; dazu Wein aus dem Bündner Rheintal und der Bündner Herrschaft. Märkte und Altstadt-Restaurants bieten gute Einstiege.

Wo liegt der Karten-Pin für Chur?

Am Arcas in der Altstadt – dem malerischen Haupt-Anlaufpunkt zwischen Obertor, Martinskirche und Weg zur Kathedrale.

Chur belohnt dich, wenn du Altstadt und Hausberg als zwei Kapitel denkst – Gassen am Vormittag, Brambrüesch am Nachmittag.

Ob Brunnenlicht am Arcas, Giacometti-Glas in St. Martin oder Rheintal-Blick von oben: Die Alpenstadt wirkt am stärksten ohne Hetze zwischen Zug und Gondel.

Pack Schichtkleidung ein – und prüfe die Betriebszeiten der Brambrüeschbahn vor dem Start.